Das Sowjetische Ehrenmal in Pankow

Auf den Spuren von Menschen und Geschichte in Ost-Berlin

An einem kalten sonnigen Tag in November verirrte ich mich hierher und fand eine Mahnwache vor, mit Kranzniederlegung, Diplomaten, Militär, Honoratioren. Niemand von der Presse war da. Das war gut so. Vor dem 2. Weltkrieg war die Presse das Instrument der Massenhysterie die zum Krieg führte. Hier im Mahnmal kommt alles zum Ende. So sieht es aus, wenn Tausende verscharrt liegen in einem Massengrab, aber nicht vergessen werden sollen von den Menschen. Da ist die Presse nicht anwesend. Gegenüber vom Mahnmal ist die Schönholzer Heide, dort gab es ein Zwangsarbeiter-Lager. Auch dort starben viele. Kein Mahnmal dort. Nur ein paar Stolpersteine und Tafeln. Es wurde gekämpft hier, in der letzten Phase der "Schlacht um Berlin". Auf diesem Boden floss viel Blut.

Pankow und Ost-Berlin hat in vielen Teilen etwas Verwunschenes, Versunkenes ansich. Die Menschen hier wollen alleine gelassen werden. Vielleicht mag ich es deshalb hier so sehr. Hinter der Schroffheit vieler Menschen hier verbirgt sich oftmals nur der Wunsch nach Respekt und Würde. Die trauernde russische Mutter in der Mitte des Mahnmalgeländes, sagt genau dies aus.

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